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Die Vereinnahmung und Verausgabung wird im Einkommensteuergesetz durch den § 11 EStG definiert.

Grundsatz

Bei der Vereinnahmung und Verausgabung gilt grundsätzlich das Zufluss- und Abflussprinzip.

Zufluss- und Abflussprinzip

"Definition":

Einnahmen sind in dem Kalenderjahr zu versteuern, in dem sie zugeflossen sind.

Gemäß § 11 (1) S. 1 EStG.

"Definition":

Ausgaben werden in dem Kalenderjahr angesetzt, in dem sie abgeflossen sind.

Gemäß § 11 (2) S. 1 EStG

Ausnahmen

  • regelmäßig wiederkehrende Leistungen

Voraussetzungen:

  • Gleichartigkeit der Zahlung
  • Gleichartigkeit des Betrags (kleine Schwankungen möglich)
  • USt-Vorauszahlungen gelten auch als "regelmäßig wiederkehrende Leistung"
  • Einnahme bzw. Ausgabe kurz vor Beginn bzw. nach Ende des Kalenderjahres (innerhalb von 10 Tagen)
  • Fälligkeit
  • Wirtschaftliche Zugehörigkeit, § 11 (1) S. 2 EStG, § 11 (2) S. 2. EStG
  • Arbeitslohn § 11 (1) S. 4 EStG
    • laufender Arbeitslohn § 38a (1) S. 2 EStG (gilt in dem Kj. bezogen, in dem der Lohnfortzahlungszeitraum endet)
    • sonstige Bezüge § 38a (1) S. 3 EStG
      • Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld
      • gelten in dem Kj. bezogen, in dem sie dem AN zufließen

Typische Problemfälle

Überweisung

  • Abfluss: mit Erteilung des Auftrags
  • Zufluss: Gutschrift auf Konto

Scheck

  • Abfluss: mit Hingabe des Schecks
  • Zufluss: 3 Tage nach Eingang

Wechsel

  • Zufluss und Abfluss: mit Einlösen des Wechsel

Zinsen

  • grundsätzlich mit Zahlung
  • Sparbuch (Ausnahme)
    • Zinsen des Vorjahres -> wirtschaftl. Zugehörigkeit
    • Zinsen für frühere Jahre -> Zuflussprinzip
    • Beispiel 2010: Zinsen für 2009 -> 2009, Zinsen für 2008, 2007 + 2006 in 2010 gutgeschrieben -> 2010

Dividenden

  • Beschluss der Hauptversammlung legt den Tag der Auszahlung fest, § 44 (2) S. 1 EStG
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